Autorin Sabine Bomeier

Autor: Sabine Bomeier

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Autorin Sabine Bomeier
Sabine Bomeier

Sabine Bomeier studierte Architektur und Wirtschaftswissenschaften. Zum Schreiben kam sie während ihrer Inhaftierung in der JVA für Frauen in Bremen. Dort wurde sie leitende Redakteurin der Gefangenenzeitung und machte nach der Haft eine formelle Ausbildung zur Redakteurin. Sie arbeitete als freie Journalistin für verschiedene Medien und wurde mit mehrfach ausgezeichnet. Unter anderem erhielt sie im Jahre 2011 den Themenfindungspreises vom Journalistenportal „Redaktion.de“ für die Auseinandersetzung mit dem Thema „Interkulturelle Pflege“ und 2002 den Ingeborg-Drewitz-Literaturpreises für den Text ”Suche nach Hoffnung”.

Sie sagt: „Es begann während meiner Haft mit einem Tagebuch. 

„Schreiben ist der Weg von der Klage zur Anklage zum Widerstand“ schreibt Uta Klein (in „Gefangenen Presse – ihre Entstehung und Entwicklung“, Seite 158, Forum Verlag Godesberg, Mönchengladbach 1992). So habe auch ich das erfahren. 

Schreiben bedeutet langsam, im Tempo des Aufzeichnens, die Gedanken ordnen zu können, Hintergründe zu begreifen, selbst Gesagtes oder von anderen Gehörtes noch einmal Revue passieren lassen zu können, auch neu zu interpretieren. Schreiben kann Hilfe zur Therapie sein, bei der Analyse des Geschehens helfen, ebenso wie Hilfe leisten, den Alltag zu begreifen und zu verarbeiten und neue Wege zu finden.

Schreiben ist sicher eine der Lieblingsbeschäftigungen von Gefangenen, zumindest wird es in den stillen Stunden des Einschlusses von vielen praktiziert. Der Mangel an Gesprächspartnern mag diese Passion ebenfalls unterstützen, aber auch das Gefühl vieler Inhaftierter, sich in einer Art geistigem Niemandsland zu befinden.

Aus dieser Situation heraus ist auch mein Tagebuch und damit der Beginn meiner Leidenschaft für das Schreiben entstanden. Neben der Aufarbeitung meiner Situation, der vergangenen wie auch der aktuellen, war es für mich ebenso wichtig, mich mit meiner Identität auseinanderzusetzen aber auch mit den Begegnungen mit den Menschen um mich herum und mit den immer wieder neuen Geschehnissen im Alltag. 

Während meiner Haft habe ich wunderbare Frauen kennengelernt, mit oft erschreckenden Lebensgeschichten. Sie haben mich Toleranz gelehrt, oft genug auch Humor und sie haben mir gezeigt, dass wir alle nur Frauen sind, stark und schwach, geschlagen und missbraucht, mal traurig und mal glücklich, alt oder jung aber immer irgendwie den Alltag meisternd.

Es ist mir ein Anliegen geworden, diesen Frauen eine Stimme zu geben, die Geschichten ihres Lebens oder Auszüge daraus, zu beschreiben und so auf den Alltag von vielen von uns aufmerksam zu machen, aber auch aufzuzeigen, dass diese Frauen, dass wir stark werden können, denn wo immer wir herkommen, wir sind doch alle gleich.

Aus dem Schreiben über das Leben von Frauen in Haft ist das Schreiben über und in allen Lebensbereichen geworden. Schreiben kann helfen den Alltag zu meistern, aber es macht auch einfach Spaß.“